Edition „Liuto forte & Guitar“

Die ab 2007 im Friedrich-Hofmeister-Musikverlag Leipzig erscheinende Reihe „Liuto forte & Guitar“ wendet sich in gleichem Maße an Spieler des Liuto forte, der Gitarre und der historischen Laute. Sie möchte insbesondere Gitarristen die Bekanntschaft mit Werken des 16. bis 18. Jahrhunderts ermöglichen, die ursprünglich für mehr als sechs Saiten geschrieben, jedoch auf ihrem Instrument noch darstellbar sind.

Die originale Vorlage (Tabulatur) und deren Übertragung in Notenschrift erscheinen in einem Doppelsystem. Bei der Übertragung haben wir uns für die Gitarristen und Lautenisten gleichermaßen vertraute Notierung im oktavierenden Violinschlüssel entschieden, wobei nach oben versetzte Bässe in der Gitarrenversion durch Oktavzeichen kenntlich gemacht werden.

Lautenstücke der Renaissance, die für Instrumente in g-Stimmung (Altlaute) oder in a (Diskantlaute) bestimmt sind, wurden – der leichteren Lesbarkeit halber – durchweg in die der alten Tenorlaute entsprechende e-Stimmung der Gitarre übertragen. Gitarristen und Spielern des Liuto forte in e, die das Stück aus grifftechnischen oder klanglichen Gründen in einer höheren Stimmlage ausführen wollen, wird die Benutzung eines Kapodasters empfohlen. [1]

Lautenisten dürften die der Tabulatur beigefügte Sichtbarmachung der musikalischen Strukturen in Form eines Notentextes begrüßen. Gitarristen, die sich mit der originalen Greifweise des Stückes vertraut machen wollen, können dank der beigefügten Tabulatur leicht einen Eindruck der vom Komponisten vorgesehenen Umsetzung des Notentextes erhalten.

Unser besonderes Augenmerk gilt neuen Kompositionen für den Liuto forte. Es ist von absoluter Wichtigkeit, daß dieses Instrument – wie die Gitarre im 20. Jahrhundert – originäre Kompositionen erhält. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es wesentlich einfacher, Komponisten der Gegenwart zum Schreiben für die Neue Laute zu bewegen, als es mit der alten Laute der Fall gewesen ist.

[1] Die Kapodaster für Liuto forte sind modifizierte Gitarrenkapodaster der Firma Shubb und dem Griffbrett des jeweiligen Instrumententyps angepaßt. Interessenten wenden sich an: Hermann.Graefe@t-online.de.